Hike n Help im Juni 2026
Geplant war mit einem Team aus 8-9 Leuten den nächsten Dachabschnitt vom Kinderheim „Haus der Hoffnung“ in Mosna zu sanieren und Land und Natur Rumäniens näher kennen zu lernen.
Meistens nimmt in diesen Berichten die Fahrt nur eine Zeile in Anspruch – meistens …
Meist sind auch die Hike n Help Plätze schnell verplant – doch dieses mal waren nur 7 Plätze besetzt. Dazu kam, dass noch am Abreisetag eine Teilnehmerin krankheitsbedingt absagen musste. So starteten wir Samstagabend zu sechst. Eine bunte Truppe – Schüler, Dozent, Arzt, Tischler, usw. – und wir sollen ein Dach decken?! Das kann ja lustig werden…
Ich hatte über Freunde von den Aktionen des Vereins gehört und in mir kam der Gedanke auf, solch einen Hilfseinsatz mit einer intensiven Papa-Sohn-Zeit und gemeinsamen Erlebnissen und Abenteuern zu kombinieren. Dass wir dann aber nach einem schweren unverschuldeten Verkehrsunfall mit Totalschaden die Nacht in Ungarn auf der Autobahn verbringen und frühmorgens nicht in Rumänien, sondern in einem Hotel kurz vor Budapest sein würden – das hatte keiner auf dem Plan. Es war ein Gefühlschaos aus Dankbarkeit über die eigene Bewahrung und Bestürzung dem Tod so nah gewesen zu sein. Jetzt waren plötzlich nicht mehr wir es, die Hilfe leisteten. In der Folge erlebten wir aber unglaubliche Unterstützung durch Gebet, praktische Hilfe und christliche Nächstenliebe. Und so stand bereits am Sonntagabend ein Ersatzauto aus Deutschland vor dem Hotel (einen großen Dank an Autoservice Demmler und die Fahrer Konrad und Robin!!). Da wir nur zu sechst unterwegs waren, konnte überraschenderweise die komplette Ladung inklusive Hilfsgüter vom großen Citroen Jumper in den kleinen VW Bus untergebracht werden! Danke Gott! Als Team entschieden wir uns den Einsatz gemeinsam fortzusetzen und so konnten wir Montagabend endlich in Rumänien ankommen. Diese zwei intensiven Tage formte aus der bunten Truppe ein schlagkräftiges Team. Die Kids in Mosna freuten sich, die „Wiederholungstäter“ noch kurz vor dem Schlafen-gehen begrüßen zu können.
Dann konnte endlich bei bestem Sommerwetter die Arbeit beginnen. Gerüstbau, baufällige Schornsteine abreißen, Dach abdecken, Dachlatten erneuern, Blecharbeiten und Dach wieder decken. An jeder Ecke des kleinen Daches mussten aufgrund der nicht DIN-gerechten Bauweise improvisierte Meisterwerke entstehen. Jeder von uns fand dabei seinen Platz und freute sich über neu gewonnenes Fachwissen und war dankbar, dass wir so manchen Telefonjoker zur Verfügung hatten.
Im zweiten Teil der Woche durften wir in der wundervollen Landschaft Siebenbürgens unterwegs sein. Alte Kirchenburgen, unberührte Wiesen und Wälder, idyllische Dörfer, einen zugelaufenen Hütehund im Bärengebiet, erleben von erstaunlichen „Zufällen“ (für uns: geniale Führungen Gottes) – und zwischendrin immer wieder tiefsinnige Gespräche zum Verarbeiten des gemeinsam Erlebten.
Am vorletzten Tag hatten wir die Möglichkeit den Markt in Medias zu besuchen und danach viel gemeinsame Zeit mit den Kindern im Haus der Hoffnung. Daneben konnten einige kleine Restarbeiten fertig gestellt werden und jetzt funktionieren auch die Fensterjalousien wieder.
Ein leckeres gemeinsames Abendessen mit rumänischen Köstlichkeiten rundeten einen weiteren vollen Tag ab.
Dann war auch schon wieder Zeit, Abschied zu nehmen. Dankbare Herzen und Freude waren die überwiegenden Empfindungen. Doch vor der endgültigen Rückreise ging es erst mal noch 3 weitere Autostunden Richtung Osten. Ein toller Klettersteig, wunderschöne Aussichten und herausfordernde Klettereien erwarteten uns. In einer gemeinsamen Abschlussrunde thematisierten wir nochmals die verschiedensten Hochs und Tiefs dieser Woche und das, was wir festhalten wollen. Erstaunlich war, wie intensiv man in einer Woche zusammenwachsen kann.
Die über 1500km der Rückreise verliefen, Gott sei Dank, ohne Zwischenfälle und so erreichten wir ziemlich erschöpft, aber auch sehr dankbar unseren Ausgangsort – wahrscheinlich war es nicht die letzte Rumänienreise, in jedem Fall aber eine ganz intensive Papa-Sohn-Zeit…
von Daniel Böttcher mit Sohn Jan sowie Christian, Gunnar, Davut und Frank

